dpa-AFX: Devisen: Eurokurs gerät vor US-Zinsentscheidung erneut unter Druck
NEW YORK (dpa-AFX) - Der Euro ist am Mittwoch vor der Zinsentscheidung der
US-Notenbank erneut unter Druck geraten. Die europäische Gemeinschaftswährung
kostete am Nachmittag 1,1476 US-Dollar. Im frühen Handel hatte sie noch rund
einen Cent höher notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs
auf 1,1527 (Dienstag: 1,1533) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8675
(0,8671) Euro
Der Euro steht seit der Zollvereinbarung zwischen den USA und der EU unter
Druck. Vor der Vereinbarung hatte er noch bei 1,1750 Dollar notiert. Allerdings
hatte der Euro in den vergangenen Monaten gegenüber dem Dollar auch stark
aufgewertet
Die am Nachmittag veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA stützten den
Dollar zusätzlich. So ist die Wirtschaft im zweiten Quartal stärker gewachsen
als von Volkswirten erwartet. Im ersten Jahresviertel war sie noch um 0,5
Prozent geschrumpft. "Die starken Schwankungen gehen auf den Zollkonflikt
zurück, der Verzerrungen beim Außenhandel verursacht hat", kommentierte
Christoph Balz, Volkswirt bei der Commerzbank. Im bisherigen Jahresverlauf habe
die Wirtschaft aber deutlich an Schwung verloren. "Wir gehen aber weiterhin
davon aus, dass eine Rezession vermieden werden kann", schreibt Balz.
Die US-Notenbank wird am Abend ihre Zinsentscheidung veröffentlichen. Die
Fed dürfte dabei dem starken politischen Druck durch die Regierung von
US-Präsident Donald Trump widerstehen und ihre Leitzinsen nicht senken. Die
Zinsspanne dürfte nach Einschätzung der ganz überwiegenden Mehrheit von Ökonomen
bei 4,25 bis 4,50 Prozent verharren. Erst für den weiteren Jahresverlauf rechnen
Experten mit Senkungen.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen
Euro auf 0,86220 (0,86500) britische Pfund, 170,96 (171,58) japanische Yen und
0,9301 (0,9305) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold kostete am Nachmittag
in London 3.303 Dollar. Das waren 23 Dollar weniger als am Vortag./jsl/he