OLB–Trendfocus 

08. September 2020

Strukturierte Geldanlage

Balance für Ihr Vermögen

„Ein großes Risiko der Anleger besteht zunehmend darin, kein Risiko einzugehen“, ist ein häufig zitiertes Zitat des Investmentstrategen Hans-Jörg Naumer aus dem Hause der Allianz Global Investors (AGI). Was steckt dahinter? In einem Kapitalmarktumfeld niedriger, ja teilweise sogar negativer Zinsen, darf das Prinzip „Risikovermeidung um jeden Preis“ nicht zur Leitlinie der Kapitalanlage werden, denn ein Inflationsausgleich ist mit Staatsanleihen oder Festgeldkonten als einzige Anlage kaum mehr möglich. Die eigentliche Zielgröße bei der Kapitalanlage sollte weiterhin eine positive Rendite nach Kosten und Inflation sein (positive Realrendite). Aber wie kann der Verunsicherung des Anlegers über die richtige Anlageklasse und den besten Einstiegszeitpunkt begegnet werden?

Uns allen muss klar sein, dass konjunkturelle Phasen wie Aufschwung, Boom, Abschwung, Rezession und wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Zinsentwicklung und Politik unterschiedliche Auswirkungen auf den Erfolg unserer Anlageentscheidung haben. Das Schaubild rechts (eigene Darstellung) zeigt den idealtypischen Verlauf eines Konjunkturzyklus.

So erweisen sich in der historischen Betrachtung reale Werte wie Aktien, Rohstoffe und Immobilien eher in späten Phasen eines Konjunkturaufschwungs als erfolgreich. In Rezessionsphasen hingegen gewinnen tendenziell als „sichere Häfen“ angesehene Anlageklassen wie z.B. Gold oder deutsche Staatsanleihen, aber auch US-Dollar und japanischer Yen an Bedeutung. Es gilt also immer, die richtige Balance für Ihre Vermögensstruktur zu finden.

Trendfocus September 2020

Die aktuelle Situation für den Anleger

Aktuell befinden wir uns global in einer der schwierigsten Wirtschaftslagen seit dem 2. Weltkrieg. Dies ist eine Auswirkung des Corona-Virus, das seit Februar 2020 die Weltwirtschaft in Atem hält. Alle Weltregionen wurden seither von den Folgen (lockdowns) erfasst. Insbesondere in Schwellenländern, aber auch in den USA, Südeuropa und Großbritannien sind die Schäden enorm (Arbeitsmarkt). Andere Regionen wie Asien (China) und Deutschland scheinen die Krise besser bewältigen zu können. Neben den Corona-Effekten haben wir noch große geopolitische Probleme (u. a. Handelsstreit USA – China, EU – Großbritannien wg. Brexit) zu bestehen. Konjunkturprogramme und Zinssenkungen steuern entschieden dagegen. Niedrige oder gar negative Nominalzinsen in Kombination mit Inflationsraten größer Null führen aktuell zu negativen Realzinsen für den Sparer. Die gewohnt positiven Zinseinkünfte fallen aus. Wir befinden uns in einer volkswirtschaftlichen Situation der „finanziellen Repression“, d. h. der Sparer wird quasi „unterdrückt und enteignet“.

Andererseits können sich Staaten und andere Schuldner durch niedrige Zinsen billig refinanzieren. Ein Beispiel: Volkswirtschaften wie Deutschland wachsen auf lange Sicht. Folge: Die Steuereinnahmen des deutschen Staates steigen. Gleichzeitig fällt die Zinslast auf öffentliche Schulden des Bundes. Deutschland gilt daher als Profiteur der Niedrigzinsen. Da wir aufgrund der Corona-Krise und dessen Folgen noch sehr lange mit niedrigen oder gar negativen Zinsen rechnen müssen und sich Staaten vor allem im tourismusorientierten Südeuropa massiven Herausforderungen gegenüberstehen, wird auch häufig von der „Neuen Normalität des Niedrigzinses“ gesprochen. Ein Zustand, der also noch Jahre andauern könnte.

Risiken kennen und damit umgehen lernen

In einem nachhaltigen Umfeld niedriger Zinsen entwickeln sich reale Vermögenswerte wie Immobilien, Edelmetalle (Gold), aber auch Aktien im Allgemeinen positiv. Klassische, vermeintlich sichere Staatsanleihen bergen dagegen in Anbetracht der historisch niedrigen Zinsen u. E. kaum noch Renditepotenzial. Es besteht sogar ein gewaltiges Zinsänderungsrisiko mit Kursverlustrisiko, sollte die Inflation doch einmal über Erwarten anspringen und die Zinsen stärker ansteigen als gedacht. Allerdings haben auch sichere Staatsanleihen aufgrund der großen geopolitischen Spannungen und Diversifikationsaspekten ihre Berechtigung im Depot.

Wir verstehen, dass es für jedes Umfeld mehrere Anlageklassen gibt, die in einem „Anlagemix“ passend zusammengestellt werden müssen. Dabei hat der richtige Einstiegszeitpunkt für Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont erfahrungsgemäß weniger Relevanz, als eine ausgewogene Struktur des Portfolios. Eine breite Streuung über verschiedene Vermögensklassen, ist der erste Schritt zu einer erfolgreichen Geldanlage (Diversifikation). Sie hilft Klumpenrisiken zu vermeiden und Kursschwankungen des Portfolios zu glätten und zu mindern.

Innerhalb einer Vermögensklasse wie Aktien oder Renten sollte der Anleger sein Geld dann auf „mehrere Körbe“ verteilen. Verschiedene Körbe können Anlagen in unterschiedlichen Regionen (so z. B. USA, Europa oder Asien), Branchen (z. B. Technologie, Pharma oder Automobile) oder Investmentstile (große Unternehmen oder eher kleinere Mittelstands-unternehmen; Wachstums- oder eher substanzstarke Dividendentitel) sein. So legen Sie nicht alle Eier in nur einen Einkaufsbeutel. Im Fachjargon nennen wir das auch „Asset Allokation“.

Um diese grundlegenden Entscheidungen kümmert sich in der OLB der „OLB Investmentausschuss“. Er trifft sich regelmäßig und befindet sich im ständigen Informationsaustausch mit den OLB-Vermögensmanagern. Diese aktive und schnelle Kommunikation mit- und untereinander sehen wir als absoluten Mehrwert unserer Anlage- und Vermögensstrategie.

Trendfocus September 2020
  • Im OLB Investmentausschuss wird regelmäßig die aktuelle Vermögensaufteilung (Asset Allokation) festgelegt.
  • Die Asset Allokation gibt eine Orientierung und Idee, um Depots zu strukturieren.
  • Die Aufteilung erfolgt z.B. zunächst in Form der Unterscheidung in Liquidität, Aktien, Renten und Alternative Investments wie Immobilien und Gold.
  • Danach erfolgt eine Feinsteuerung in Regionen, Währungen oder Branchen.
  • Eine geeignete Lösung für eine strukturierte Geldanlage könnte in der Anlage von Mischfonds oder Vermögensverwaltung bestehen.
  • Wir würden uns freuen, Ihnen unsere Lösungsvorschläge individuell zeigen zu können.  

Der Kern der Lösung

Da eine Anlagestreuung natürlich nicht bedeuten kann, durchgehend nur in gewinnbringenden Segmenten investiert zu sein, sollte eine aktive Steuerung der Anlageklassengewichtungen und der Titelauswahl für die richtigen Anlageschwerpunkte sorgen. Dabei dienen die persönlichen Ziele und Wünsche des Anlegers (z. B. Altersvorsorge) als wichtige Maßstäbe für die Anlageallokation. So möchte der eine Anleger beispielsweise nur in Euro anlegen, während der andere aber global investieren möchte. Es bietet sich an, einen „Persönlichen Finanzplan“ zu erstellen.

Für jeden Anleger kann so ein individuelles Risikoprofil (Chance-Risiko-Verhältnis) durch die Kombination einer großen Bandbreite möglicher Vermögensgegenstände abgebildet werden. Diese „moderne Portfoliotheorie“ geht auf eine Arbeit des US-amerikanischen Ökonomen Harry M. Markowitz aus dem Jahr 1952 zurück. Dies schaffen wir bei der OLB (Quelle Grafik: OLB Broschüre „Geld anlegen“, S. 5).

Bei einer konservativen Strategie dominieren eher risikoärmere, festverzinsliche Wertpapiere. Bei einer chancenreicheren Ausrichtung wird der Fokus vermehrt auf Aktien gesetzt, wobei auf eine breite Anlagestreuung geachtet wird. Zudem wird auf Wechsel von Konjunktur- und Marktphasen aktiv reagiert. Dies wird z. B. durch Änderung der Höhe der Aktienquote oder durch den Grad der Absicherung von besonderen Marktrisiken ausgedrückt. Als wirkungsvolle Lösung den Dreiklang aus Diversifikation, aktiver Kapitalanlage und Risikomanagement darzustellen, sehen wir sogenannte Misch- oder Multi-Asset-Lösungen an.

Diese Strategien können zum Beispiel über vermögensverwaltende Mandate oder gemischte Investmentfonds umgesetzt werden. Sie sind der Kern unserer Anlagephilosophie. Hinzu kommen sogenannte Satelliten- oder Trendinvestments. Dies mögen z. B. nachhaltige, grüne Themen (Stichwort: E-S-G) oder Trends rundum Digitalisierung oder Robotik sein. Gerade Anleger, die nicht ständig die Marktentwicklung im Blick haben (wollen), sind oft dankbar für eine solche Entlastung.

Insgesamt steht also der Kunde und seine individuellen Interessen im Mittelpunkt unserer Anlagestrategie. Dabei spielen die Risikobereit-schaft, die Liquiditätssituation, aber auch seine eigene Renditevorstellung eine entscheidende Rolle. Eine hohe Rendite geht im Allgemeinen immer einher mit einer erhöhten Risikobereitschaft.

Deshalb ist es vor jeder Anlageentscheidung gerade in Situationen erhöhter Unsicherheit (Corona, Geopolitik) von herausragender Bedeutung, einen persönlichen und individuellen Anlagecheck durch-zuführen. Dies wird sich langfristig auszahlen.

„Erfolgreiches Investieren benötigt Zeit, Disziplin und Geduld. Unabhängig davon, wie groß Dein Talent oder Deine Anstrengungen sind, einige Dinge brauchen einfach Zeit.“ (Warren Buffett)

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Wichtige Hinweise

Marketingmitteilung

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Kein Angebot, keine Beratung

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Adressat

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Wertentwicklung

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