OLB-Marktfocus 

10.09.2020

Quo Vadis 2020 / 2021: Wo stehen wir? Wo kann es hingehen?

Eine Bestandsaufnahme: Konjunktur gewinnt an „V“ertrauen. Für Entwarnung aber noch zu früh.

Anleger reiben sich verwundert die Augen: Der globale Aktienindex MSCI Welt hat ebenso wie Gold (Unze in US-Dollar) seit seinem Tiefpunkt am 19. März 2020 gut 40 % gewonnen, die Risikoaufschläge von US-Unternehmensanleihen haben sich bis auf wenige Basispunkte in Richtung Vorkrisenstand bewegt. Wer hätte das innerhalb von nur sechs Monaten gedacht, erlebten wir doch den schlimmsten Konjunktureinbruch seit dem 2. Weltkrieg. Wohl die wenigsten. Nach dieser rekordschnellen Erholungsrallye an den globalen Kapitalmärkten, die sämtlicher Krisenberichterstattung getrotzt hat, steht fast unweigerlich eine Bestandsaufnahme der Markttreiber an.

Konjunkturell haben wir uns in Deutschland aus dem tiefen Tal der globalen Ausgangsbeschränkungen im März und April befreit. Erst schwungvoll, zuletzt gebremster. Trotzdem befinden sich viele Industrieländer gerade im Vergleich zum Jahresanfang in einer „75-bis-90-Prozent-Ökonomie“, was z. B. die Kennzahlen wie das Produktionsniveau im verarbeitenden Gewerbe angeht. In Teilbereichen des Dienstleistungssektors liegen die Auslastungen jedoch noch deutlich darunter.

Insgesamt ist das Bild aber sehr erfreulich. Der wichtige ifo-Geschäftsklima-Index hüpfte im Juli/August wie ein Flummi wieder in den Quadranten „Boom“ (!) hinein. Das nenne ich mal eine „V-förmige Erholung ersten Grades“, sichtbar an der roten Linie in der ifo Konjunkturuhr (https://www.ifo.de/node/57648). Und da können wir – wie ich finde – alle auch ein bisschen stolz drauf sein. Deutschland als Volkswirtschaft hat mit seinen Tugenden Disziplin und Rücksichtnahme insgesamt sehr gute Arbeit geleistet.

Marktfocus September 2020

„Deutschland profitiert zudem von seiner wirtschaftlichen Stärke und dem bislang guten Krisenmanagement der Regierung“, so ist zu hören. Insbesondere mit dem Hinweis auf die Mehrwertsteuersenkung und das Kurzarbeitergeld, das nun ja bis 2021 verlängert wird. Und das darf auch einmal lobend für die Politik, die oftmals getadelt wird, erwähnt werden. Nörgeln kann man immer, aber hätten wir alles besser gemacht? Insgesamt rechnen wir in diesem Jahr mit einem Wirtschaftsabschwung von knapp 6 % im Bruttoinlandsprodukt. Im nächsten Jahr 2021 sollen es dann aber wieder plus 6 % werden, allerdings von einer niedrigeren Basis ausgehend.

Regional differenziert sich das Bild: China konnte bereits im zweiten Quartal 2020 wieder positives Wachstum zum Vorjahr ausweisen, die monatlichen Konjunkturdaten verbesserten sich überwiegend. Auch in Euroland zeigt eine Mehrzahl der Indikatoren einen positiven Trend, wenn auch weniger dynamisch als in Deutschland. Insgesamt entwickeln sich diese für deutsche Produkte wichtigen Abnehmerregionen aber in die richtige Richtung und das ist erfreulich.

Etwas Sorge bereitet noch die US-Konjunktur: Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen zuletzt wieder leicht an, das Konsumentenvertrauen hinkt noch hinterher. Die Konsumbereitschaft könnte leiden, sollten die in den letzten Monaten recht großzügig geflossenen Unterstützungsleistungen für Arbeitslose drastischer gekürzt werden. Erst vor kurzem musste Präsident Trump in einer seiner typischen Notfalldekrete die Verlängerung der Arbeitslosenhilfe durchboxen, allerdings ohne Rückendeckung des US-Kongresses, der von den Demokraten dominiert wird. Die heiße Phase des Wahlkampfs ist angebrochen. Letztendlich können sich weder Donald Trump noch Joe Biden leisten, kein neues und großes Konjunkturprogramm zu verabschieden. Man wird sich irgendwie einigen müssen und jeder wird es als seinen Erfolg feiern.

Die konjunkturellen Trends spiegeln auch das Infektionsgeschehen und die Güte des Krisenmanagements wider: Je kontrollierter die Verbreitung des Coronavirus, desto stichhaltiger die Erholungstendenzen in der Wirtschaft. Entsprechend verunsichert könnten immer mal wieder einige Leitbörsen auf die schwierige Eindämmung des Virus wie z. B. in den USA, Indien oder Brasilien reagieren. Leicht positiv entwickelte sich zuletzt die Infektionsdynamik in einigen stark betroffenen US-Bundesstaaten. Die Todesfälle im Verhältnis zu den Infizierten gingen zurück. Das könnte Donald Trump im Wahlkampf helfen. Global betrachtet bleibt das Virus sehr aktiv. (Siehe Grafik, Quelle: https://www.bloomberg.com/graphics/2020-coronavirus-cases-world-map/?srnd=premium-europe&sref=zMtVhqcB). Große Hoffnung schöpfen die Märkte aus den Fortschritten bei der Entwicklung eines Impfstoffs, auch weil erste Wirkstoffkandidaten in die entscheidende Phase der Erprobung gehen. Impfstoffhersteller in Europa und USA streben an, im Oktober den Abschluss von Massentests anzustreben. Insbesondere Donald Trump wird alles dafür tun, möglichst schnell die Zulassung eines Impfstoffs in den USA zu ermöglichen, denn er braucht Erfolge bei einer ansonsten höchst zweifelhaften Virusbekämpfungsstrategie.

Marktfocus September 2020

Russland ist schon einen Schritt weiter und geht forscher vor, ohne groß und lange zu testen. „Sputnik 5“ soll der Impfstoff heißen, der Rettung bringen soll. Der Westen unkt: Ein Produkt der ausgefeilten russischen Dopingindustrie?

Die Hoffnung und Fantasie der Wirtschaft und Börse liegt natürlich in einer zeitnahen Findung eines wirksamen und sicheren Impfstoffes. Das dürfte dann zu sehr positiven Auswirkungen an den Kapitalmärkten führen. Politisch kommen einige Weichenstellungen auf uns zu. Ein auf den ersten Blick starkes Signal haben die EU-Regierungschefs mit ihrer Einigung für den sogenannten „Recovery Fund of the Next Generation“ (Wiederaufbaufonds) gesetzt. Dieser bedeutet erstmals in der Geschichte der EU eine gemeinsame Schuldenaufnahme. Allerdings wurden einige Kröten mit Blick auf die Rechtstaatlichkeit Ungarns und Polens geschluckt und auch wichtige Weichenstellungen in Richtung nachhaltiger Ökonomie gekürzt, was sofort den berechtigten Widerstand der EU-Abgeordneten hervorrief. Viele Regierungen stehen nun vor der Frage, ob Maßnahmen zur Abfederung der Coronakrise, wie Einkommenstransfers und Kreditgarantien, verlängert werden sollen. Dies fordert die Staatshaushalte heraus, bedeutet aber u. E. eine wichtige Weichenstellung zur Stärkung der Konjunkturerholung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der ausgiebigen Verlängerung des Kurzarbeitergeldes. Gut ausgebildete Fachkräfte müssen im Betrieb verbleiben können.

Da ist es gut, eine Konstante im Bestand zu haben: Die Zentralbanken behalten ihren Kurs der größtmöglichen geldpolitischen Unterstützung bei. Das Wachstum der Geldmenge in Euroland hat sich im Juli weiter beschleunigt und das höchste Tempo seit Mitte 2008 erreicht. Die breit gefasste Geldmenge M3 (Spar-, Termin- und Sichteinlagen) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,2 %, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Mai 2008. Im Vormonat hatte das Wachstum noch 9,2 % betragen. Das Wachstum der enger gefassten Geldmenge M1 (nur kurzfristige Sichteinlagen) beschleunigte sich ebenfalls. Die Rate stieg von 12,6 auf 13,5 %. Wir führen das starke Geldmengenwachstum vor allem auf die Krisenpolitik der EZB zurück. Zur Bekämpfung der Corona-Folgen kauft sie in hohem Ausmaß Wertpapiere wie Staatsanleihen. Die südeuropäischen Länder profitieren am meisten. Zudem versorgt sie die Euroraum-Banken mit extrem günstigen Langfristkrediten, und auch viele Unternehmen haben sich während der Coronakrise erneut kräftig mit Krediten eingedeckt. Das Risiko besteht allerdings, das eigentlich nicht überlebensfähige Firmen („Zombies“) künstlich am Leben gehalten werden.

So hat beispielsweise auch die US-Notenbank Federal Reserve (FED) gerade ihre ausgeworfenen Sicherheitsnetze für Geldmarktfonds, Hypothekendarlehen und Unternehmenskredite bis Ende des Jahres verlängert. Das ist aber noch längst nicht alles. So hat der Chef der US-Notenbank Jerome Powell auf dem virtuellen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole am 27.08.2020 ein neues, noch flexibleres Inflationsziel angekündigt. Künftig darf die Preissteigerung (Inflationsrate) für eine Weile höher als 2 % liegen, wenn sie sich zuvor für einen längeren Zeitraum darunter bewegt hat. Mit diesem Schritt, den Märkte und Ökonomen erwartet hatten, schafft sich die FED eine Menge Spielraum. Weil über viele Jahre die Inflation tatsächlich unterhalb des angestrebten Ziels lag, gibt es für die FED keinen Druck einzugreifen, wenn die Inflation in Zukunft höher laufen sollte; seit Jahren war schon die Rede davon, sie „durchschnittlich“ beim gewünschten Ziel von 2 % zu halten.

Marktfocus September 2020

Die FED kann damit auf lange Zeit niedrige Zinsen und eine insgesamt großzügige Geldpolitik beibehalten. Mit diesem historischen Schritt („Game Changer“) rückt die Notenbank auch den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit stärker in den Mittelpunkt, die im Zuge der Pandemie auf neue Höchststände geklettert ist und gerade bei Geringverdienern für existenzielle Ängste sorgt (Bild: Börsenzeitung, 28.08.2020). Die EZB plant eine ähnliche Überprüfung der Strategie. Der Start dieses Prozesses hat sich wegen der Coronakrise aber verschoben und ist jetzt für den Herbst geplant. Insgesamt sind die Aussagen zum Inflationsziel u. E. für die realen Märkte (Aktien, Gold, Immobilien) sehr förderlich, lassen die Zinsmärkte doch kaum positive Renditen in mittelfristiger Sicht erwarten. Die gestiegene Risikobereitschaft dürfte also weiter anhalten, wenngleich die immer noch bestehende Skepsis der Anleger bezüglich der Nachhaltigkeit der konjunkturellen Erholung sich auch in der Positionierung bemerkbar macht.

Der Anteil der Bären (= pessimistische Anleger) unter den US-Investoren liegt laut der American Association of Individual Investors (AAII) aktuell bei hohen 42 %. Das sollte das Enttäuschungspotenzial begrenzen, während sich im Zuge einer verbesserten wirtschaftlichen Lage und einer weiteren Reduzierung der globalen Neuinfektionen ein Schwenk in Richtung der Bullen (= optimistische Anleger) vollziehen könnte. Zu dieser erhöhten Risikobereitschaft dürfte auch der Anlagenotstand beitragen. Geldmarktfonds verzeichneten in den letzten Wochen Nettomittelabflüsse von rund 50 Mrd. US-Dollar. Risikoreichere Kapitalmarktsegmente wie z. B. Aktien waren hingegen gesucht, da die Neigung der Zentralbanken, im Eventualfall eines Konjunktur- und Beschäftigungseinbruches eher noch expansiver tätig zu werden, bekräftigt wurde.

Am Ende der Bestandsaufnahme steht, dass Covid-19 nachhaltig großen Einfluss auf unser Leben und die Konjunkturentwicklung haben wird. Von Homeoffice bis Impfstoffentwicklung und Essenlieferanten ist viel Neues dabei. Und mit der superschnellen 5G-Mobilfunktechnologie und der „Green Deal“-Nachhaltigkeitsagenda (ESG) sind auch schon die neuen Investment-Leuchttürme für die kommenden Jahre gesetzt.

Marktfocus September 2020

Ein gewagter Ausblick für den DAX

Von den DAX-Rekordhöhen Anfang 2020 ging es mit der Corona-Krise im Rekordtempo abwärts. Nur um jetzt schon wieder um 13.000 Punkten herum an neuen Höchstmarken zu kratzen. Die Auswirkungen der Lockdowns wurden zwar im Zahlenwerk der DAX-Unternehmen sichtbar, allerdings machten die schnellen Eingriffe der Staaten und Notenbanken Hoffnung auf die Zukunft. Und die Börse lebt von Hoffnung und Erwartung.

Aber Vorsicht bleibt geboten: Die herbe Konsolidierung Anfang September bei hoch bewerteten US-Technologieaktien, wie z. B. Tesla oder auch Apple, mahnt uns immer wieder dazu, nicht leichtsinnig zu werden. Mit einer kurzen Analyse der jüngsten Berichtsergebnisse lassen sich die Dimensionen der Krise gut einfangen.

Wird die Skandalnudel Wirecard herausgerechnet, sanken durch Corona bei mehr als der Hälfte der DAX-Unternehmen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr. Im 2. Quartal fielen die Umsätze um 13 %, die Gewinne sogar um 46 % (Handelsblatt, 17.08.2020).

1. Zykliker litten besonders – und können vor einem Comeback stehen

Die Firmen aus der Automobilbranche – eine Schwerpunktbranche im DAX – mussten besonders einstecken. Vor allem (mittelständische) Automobilzulieferer kämpfen ums Überleben. „Einen Markteinbruch in der Automobilindustrie, wie wir ihn derzeit erleben, gab es seit Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr“, sagte Dr. Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender von Continental. Dementsprechend heftig waren auch die Auswirkungen auf Volkswagen, Daimler und BMW. Die Umsätze fielen im zweiten Quartal zwischen zehn und 23 %.

Dass die Umsätze gerade in der Automobilbranche so unter Druck geraten, dürfte vor allem auch an den Produktions-Stopps gelegen haben. Scope-Analyst Werner Stäblein argumentiert: „Abgesehen davon und soweit wir aus den Ergebnissen der letzten drei Monate Schlussfolgerungen ziehen können, hat sich das zweite Quartal für die europäische Industrie als weniger katastrophal erwiesen, als vielleicht angesichts der schweren wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zu erwarten gewesen wäre.“ Der erste Einbruch durch Corona war für die zyklischen Werte also häufig verheerend. Hoffnung gibt es aber trotzdem. Mit einem Impfstoff und genesender Weltwirtschaft könnte auch die Aufholjagd der hart getroffenen Industrien wie der Automobilbranche kommen. In diesem Anfangsstadium scheint sich die Börse nun zu befinden.

2. Tech ist in Krisenzeiten auch im DAX der Trumpf

Tatsächlich gab es Unternehmen, die sich selbst in der Krise wacker hielten. Nicht ganz überraschend handelte es sich dabei um den Tech-Konzern SAP. Das Unternehmen verkündete mit den Zahlen sogar eine in diesen Tagen eher seltene positive Überraschung, verdiente trotz der Pandemie deutlich mehr. Sowohl Umsätze als auch Gewinn kletterten in der Krise.

„Mehr als je zuvor ist durch die Pandemie deutlich geworden, dass Digitalisierung keine Option mehr, sondern zwingend notwendig ist, um schwierige Zeiten zu meistern und die gewünschten Geschäftsergebnisse zu erzielen“, kommentierte SAP-Vorstandschef Christian Klein die Ergebnisse. Da aber der DAX noch immer ein eher veralteter Index ist, lauern die interessanten Tech-Aktien eher im technikaffineren kleinen Index-Bruder TecDax.

3. Auch die Skepsis stabilisiert den DAX

Die Frage ist, wie weit die Notwendigkeit nach Technologie auch im DAX ankommt. Die in der Berichtssaison offengelegten Probleme der „alten“ Branchen wie Automobile sorgten aus einem psychologischen Grund nicht für eine DAX-Massenpanik: Die breite Masse an schlechten Zahlen schockte die skeptischen Investoren nicht mehr so heftig, weil sie die Einbrüche erwarteten und der „panische Ausverkauf“ bereits im März stattfand. „Wer permanent mit dem Schlimmsten rechnet, wird dann auch nicht mehr davon überrascht und verkauft demzufolge auch nicht mehr so schnell“, so u. a. Michael Winkler von der St. Galler Kantonalbank. Das wird ebenfalls beim Blick auf die jüngsten DAX-Quartalszahlen sichtbar. Zwar waren etwas mehr als die Hälfte der Quartalsberichte im Vergleich zum ersten Quartal deutlich schlechter. Einige Schwergewichte des DAX konnten hingegen das erste Quartal trotz oder sogar wegen Corona deutlich schlagen. Darunter zählten u. a. SAP, Deutsche Post, Deutsche Telekom, FMC und RWE. Und so hielten sich in Summe die Zahlenwerte des DAX im Vergleich zu den Erwartungen wacker.

In nebenstehender Tabelle haben wir einmal Pro und Contra, Chancen und Risiken für die weitere Börsenentwicklung – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – dargelegt. Das Konto wirkt relativ ausgeglichen. Die Soll-Seite wird von politischen Themen dominiert, die Haben-Seite von ultra-niedrigen Zinsen und der üppigen Liquidität. Summa Summarum erwarten wir in 2021 und 2022 eine deutliche Verbesserung der DAX-Unternehmensgewinne. Die Bundestagswahl 2021, die spätestens am 24.10. durchgeführt wird, mag diese Erwartung stützen, soll die Wirtschaft doch wieder mittels Konjunkturhilfen ins Laufen gebracht werden. Wir meinen, dass im Jahr 2022 wieder das Gewinnniveau von vor der Coronakrise erreicht werden kann. Das wären umgerechnet für den DAX rund 1.000 Euro Gewinn. Das ist eine durchaus optimistische, aber nicht unrealistische Prognose und entspricht in etwa der Bloomberg-Konsensprognose. Dies dürfte sich bereits vorab in der Kursentwicklung in 2021 niederschlagen, unterstützt durch ein weiterhin negatives Realzinsniveau. Hinzu kommen die Dividenden, die aufgrund Coronas in Summe zwar niedriger, jedoch über den Anleihezinsen ausfallen sollten.

Marktfocus September 2020

Dem DAX trauen wir in 2021 zu, im Wege einer besseren Weltkonjunktur, laxer Geldpolitik mit Reflationierung und politischer Entspannungssignale aus einer längeren Seitwärtsbewegung seit 2017 nach oben über 13.800 Punkte auszubrechen. 15.000 Punkte wären im späteren Verlaufe des Jahres 2021 u. E. nicht ausgeschlossen. Als die größten Risiken müssen wir die Coronakrise (2. oder 3. mutierte Welle) und verschärfte internationale Handelskonflikte nennen, insbesondere dann, wenn Donald Trump wiedergewählt werden sollte.

Die US-Wahl am 03.11.2020 wird im Vorfeld der traditionell eher schwächeren Börsenmonate September/Oktober voraussichtlich noch einmal für größere Schwankungen (Volatilität) sorgen. Rückgänge von 5 bis 15 % würden wir aber zum Einstieg nutzen wollen, denn „politische Börsen haben oftmals kurze Beine“ und verlieren im Zeitverlauf ihre Schrecken. Das Beste für alle wäre, wenn das Wahlergebnis klar für einen Kandidaten ausgehen würde, denn dann wüssten wir, wohin die Reise geht, und auch Trump müsste eine Niederlage klar anerkennen. Zur US-Wahl werden wir noch gesondert schreiben. Egal wie es kommt, es gilt immer zu beachten: Der beste „Impfstoff für ein Depot“ ist immer noch die Diversifikation, die Verteilung des Vermögens auf mehrere Werte und Anlageklassen!

Wichtige Hinweise

Marketingmitteilung

Diese Publikation ist eine Marketingmitteilung der Oldenburgische Landesbank AG im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes.

Kein Angebot, keine Beratung

Diese Information enthält kein Angebot zum Erwerb oder zur Zeichnung der darin genannten Wertpapiere und auch keine Einladung zu einem solchen Angebot. Die geäußerten Meinungen geben unsere aktuelle Einschätzung wieder, die sich auch ohne vorherige Bekanntmachung ändern kann. Diese Information kann eine auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers und seine Anlageziele abgestellte Beratung nicht ersetzen.

Adressat

Die hier wiedergegebenen Informationen und Wertungen („Information“) sind ausschließlich für Kunden, die Ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben, bestimmt. Insbesondere ist diese Information nicht für Kunden und andere Personen mit Sitz oder Wohnsitz in Großbritannien, den USA, in Kanada oder Asien bestimmt und darf nicht an diese Personen weitergegeben werden oder in diese Länder eingeführt oder dort verbreitet werden. Dieses Dokument einschließlich der darin wiedergegebenen Informationen dürfen im Ausland nur in Einklang mit den dort geltenden Rechtsvorschriften verwendet werden. Personen, die in den Besitz dieser Information gelangen, haben sich über die dort geltenden Rechtsvorschriften zu informieren und diese zu befolgen.

Keine Gewährleistung

Die Informationen wurden sorgfältig recherchiert und beruhen auf Quellen, die die Oldenburgische Landesbank AG als zuverlässig ansieht. Die Informationen sind aber möglicherweise bei Zugang nicht mehr aktuell und können überholt sein. Auch kann nicht sichergestellt werden, dass die Informationen richtig und vollständig sind. Die Oldenburgische Landesbank AG übernimmt für den Inhalt der Information deshalb keine Haftung. 

 
Analysieren und profitieren

Der Anlage-Check

Depot auf dem Prüfstand: Optimismus ist gut – in manchen Bereichen ist Analyse aber besser. Zum Beispiel bei Ihrer Anlagestrategie.

Anlegen in Wertpapieren

Unsere Anlagen

Wir arbeiten mit Ihnen und für Sie an der Erreichung Ihrer persönlichen Anlageziele – von der Strategie bis zur speziellen Produktberatung.

Breite Auswahl an Investmentfonds

Fondssparplan

Setzen Sie auf einen Vermögensaufbau per Investmentfonds. Wir bieten Ihnen dafür eine breite Auswahl an Investitions-Möglichkeiten.